Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde

Das Pferd – für die einen ist es das Tier, das vorne beißt und hinten tritt. Viel zu groß und unberechenbar. Und manchmal ist das tatsächlich so, denn: „Das Glück der Pferde ist der Reiter auf der Erde.“

Für mich ist das Pferd aber noch etwas ganz anderes. Seit ich denken kann, habe ich Pferde um mich herum. Erst war ich noch traurig, als ich beim Stöckchen ziehen mit den Freundinnen als letzte in den Sattel durfte. Aber nachdem die erste dummerweise runterfiel, war ich plötzlich ganz vorne – und so fing mein Pferdeabenteuer an. Selbst ein, zwei schwere Stürze konnten mich bislang nicht von dem zugegebenermaßen kostspieligen Hobby abhalten. Und das hat gute Gründe:

Erster Grund: Mein Pferd quatscht nicht, es kritisiert mich nicht und es liebt mich bedingungslos (es sei denn, ich habe die Leckerlies vergessen). Zweiter Grund: Siehe erster Grund. Und das könnte ich jetzt ewig so fortführen, obwohl mein Pferd manchmal ein furchtbar stures Mistvieh sein kann.

Schon etwas in die Jahre gekommen, bringt mich mein Moritz schon lange nicht mehr zu Turniererfolgen oder trägt mich durch Springprüfungen. Inzwischen hat er erste graue Haare in der Mähne. Seit zwanzig Jahren begleitet er mich. Er ist mein Gefährte. Wenn ich nach einem stressigen Arbeitstag in den Stall gehe und diese bestimmte Mischung aus Stroh, Heu und Lederzaumzeug rieche, wenn mir beim Öffnen der Box weiche Nüstern den warmen Pferdeatem ins Gesicht pusten und mich ein ungeduldiger Pferdekopf anstupst, dann merke ich, wie die Anspannung von mir abfällt. Keine Mühe ist es für mich, sein manchmal furchtbar verdrecktes Fell zu striegeln, mit einer Ausrüstung, die selbst die größten Autoliebhaber nicht an ihren Schätzen zum Einsatz bringen. Die Belohnung ist ungleich größer, wie das herrliche Gefühl bei einem Frühlingsausritt, wenn die ersten Sonnenstrahlen das glänzende Pferdefell wärmen. Und tatsächlich hab ich immer gleich eine kleine Melodie auf den Lippen, wenn ich mich auf dem schaukelnden Pferderücken durch den Wald tragen lasse. In einer ruhigen Minute kann ich einfach nur neben ihm auf der Wiese sitzen und ihm beim Grasen zuschauen. Etwas Entspannenderes gibt es kaum. Da wünsche ich mir nur, dass er noch lange bei mir bleibt, mein lieber Gefährte.

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